Isaac entschied, jetzt nicht weiter um den heißen Brei herumzureden. Er räusperte sich. "Ja...ich dachte mir, daß wir beide doch mal zusammen was unternehmen könnten, oder?"
Lena, die Oh, scheiße! gedacht hatte, antwortete: "Ike, mach dir keine Hoffnungen; ich will Tay."
"Tay will dich aber nicht.", sagte Isaac entschieden.
"Woher willst du das wissen?"
"Brüderlicher Instinkt."
"Das glaube ich nicht." Lenas Mundwinkel zuckten.
Ike hob die Schultern. "Also, Leute", meldete sich Tay wieder, der sich mit Hellen unterhalten hatte, "Ich finde, wir ruhen uns jetzt die Stunde bis zum Interview aus und treffen uns dann im Studio, okay?"
"Jepp, bis dann!" Hellen zog Lena hinter sich her in ihren Aufenhaltsraum, und Hanson verschwanden in ihrer Garderobe.
"Zac?", sagte Tay nach einer Weile.
Zachary hatte sich mal wieder hinter den Computer geklemmt. "Hm?", murmelte er etwas gepreßt, weil er sich darauf konzentrieren mußte, irgendwelche Würmer mit Granaten und Bomben zu vernichten.
"Was würdest du machen, wenn du ein Mädchen gut finden würdest, aber nicht wüßtest, wie du ihr das klarmachen sollst?"
Zac drückte für einen Moment auf
"Quatsch, es geht um einen guten Freund von mir.", versicherte Tay nicht gerade glaubwürdig.
"Taylor liebt Hellen! Taylor liebt Hellen!" Zac tanzte singend durchs Zimmer.
Tay seufzte und ging mit einem "Vergiß es!" zu Ike ins Bad, der damit beschäftigt war, seine Haare halbwegs cool aussehen zu lassen und vor dem Spiegel seine Muskeln begutachtete. Als Taylor mit hängenden Schultern durch die Tür kam, zuckte er ertappt zusammen. Tay hatte im Moment aber andere Sorgen als Isaacs vor sich hinkümmernde Bizepsmuskeln.
"...Ike? Ähhhm....", begann er.
"Tay, sprich dich aus.", grinste Ike, als Tay nach zehn "ähms" und sechseinhalb "alsos" immer noch nicht angefangen hatte. "Ich hab heute noch was vor", fügte er mit einem Blick auf seinen Oberarm hinzu.
Sein jüngerer Bruder fixierte den Duschvorhang. "Hellen ist'n tolles Mädchen, finde ich...lach nicht!"
Isaac richtete seine Augen gen Himmel. "Achja, die Liebe der jungen Leute.", flötete er.
"Jepp, Ike. Wir wollen mal nicht auf deinen mißglückten Annäherungsversuch zu sprechen kommen!"
"Du hast das mitbekommen?"
"Ich bin nicht blind, Ike."
Isaac guckte zerknirscht. "Warum müssen Mädchen so kompliziert sein?"
"Das fragst du mich?? Hellen hegt eine gesunde, herzliche Abneigung gegen mich."
"Also, auf mich wirkte das anders."
"Wie denn?"
"Selbstbestätigung brauchst du gar nicht, was?"
Taylor lächelte verträumt. "Hachja...Helen.", flüsterte Ike und verdrehte schwärmerisch seine Augen.
"Mann, Ike! Ich dachte, große Brüder sind dafür da, kleinen Brüdern in Sachen Liebe auf die Sprünge zu helfen!...aber warte, wenn ich mir das so überlege..."Tay grinste. Isaac konnte sich eine kleine Heiterkeit um seine lipglossglasierten Lippen auch nicht verkneifen. "Versuchst du zufällig, etwas anzudeuten, Jordan Taylor Hanson?"
"Denk nur ein klein wenig nach, Mr. Clarke. Ich für meinen Teil werde jetzt da rüber gehen und dieses Mädchen von meiner Person faszinieren."
"Wir sehen uns dann in zwei Minuten. Bis gleich!"
"Wahnsinnig witzig, Ike."
Taylor klopfte an die Tür des Mädchenzimmers. "Wir spenden nicht!", schrie Hellen aus dem Bad. "Hör auf mit dem Scheiß, Hellen!" Lena grinste sich zur Tür und vergaß für die nächste Zeit zu atmen. "TAYLOR?"
"Ja.", sagte Tay den Tatsachen entsprechend. "Hi, ist Hellen hier?"
"Ja, sicher. Soll sie gehen?" Sie lächelte ihn an.
"Ich schätze, du siehst das falsch.", sagte Taylor etwas verwirrt. "Ich wollte eigentlich mit ihr reden."
"Oh, klar..." Lena atmete einmal tief durch. "Ich wollte sowieso zu Ike. Er ist ziemlich cool, oder?"
"Nee, ich finde, er ist ein Minushirn."
"Naja, wir sind jedenfalls zusammen im Bistro, bis gleich!"
Tays Kinnlade fiel vor Erstaunen fast auf den gebohnerte Boden. "Wir haben in 12 1/2 Minuten das Interview!", schrie er ihr hinterher, aber sie war schon dabei, Isaac von seinem Glück zu erzählen.